NRW pflanzt in Viersen – Warum Schulen der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft sind

Shownotes

Welche Rolle spielen Schulen beim Klimaschutz? Warum brauchen Kinder heute mehr denn je das Gefühl, selbst etwas bewegen zu können? In dieser Folge des ROBIN GUT Podcasts spricht Moderator Dieter Könnes mit Jörg Volger, Schulleiter des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums in Viersen. Gemeinsam sprechen sie über Bildung, Nachhaltigkeit und darüber, warum Projekte wie NRW pflanzt weit mehr sind als eine Baumpflanzaktion. Im Mittelpunkt steht die psychische Belastung vieler junger Menschen, gesellschaftliche Verantwortung und die Kraft, Kindern durch eigenes Handeln Zuversicht, Teilhabe und Perspektiven zu geben. Themen dieser Folge: * Warum Schulen der Motor von NRW pflanzt sind, * Persönliche Briefe statt anonymer Massenmails, * Nachhaltigkeit als Teil des Schulalltags, * Wie Kinder durch eigenes Handeln Selbstvertrauen gewinnen, * Psychische Belastungen von Schülerinnen und Schülern, * Warum gesellschaftliches Engagement Hoffnung gibt * Gemeinsam Zukunft gestalten – für Kinder und Enkel. Jetzt mitmachen! Jeder Baum zählt. Ob als Privatperson, Verein, Schule oder Unternehmen – gemeinsam schaffen wir eine lebenswerte Zukunft. Mehr Informationen: www.robin-gut.org. Folge dem ROBIN GUT Podcast für weitere Gespräche rund um Nachhaltigkeit, Umwelt, Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement.

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Dieter Könnes: Jedes vierte Kind hat richtig psychische Probleme und das stellen wir auch in unserer Schule fest.

Dieter Könnes: Und dann kann man nur sagen, genau das ist der Weg, dass man die Kinder ins

Dieter Könnes: Tun bringt, dass man den Kindern einmal das Gefühl gibt, ihr seid uns wichtig

Dieter Könnes: und auf der anderen Seite den Kindern auch das Gefühl gibt, ich kann was tun.

Dieter Könnes: Der nächste Punkt ist nämlich, die Kinder lernen auf dem Weg ja auch,

Dieter Könnes: ich kann mich beteiligen, ich kann was tun, ich bin hier wichtig.

Dieter Könnes: Die Gesellschaft bemüht sich für mich, was Schönes zu schaffen.

Dieter Könnes: Das Persönliche ist letztlich das, was Menschen überhaupt erst ins Laufen bricht.

Dieter Könnes: Menschen sind aufs Du gepolt. Wenn die Eltern es nicht vormachen,

Dieter Könnes: ist das nur sehr anfänglich im Bewusstsein der Kids.

Gast: Robin Guth mit Dieter Könners.

Gast: NRW Pflanz, Herzstück der ganzen Aktion, ist das Schulprojekt.

Gast: Ohne die Schulen kein Motor, ohne den Motor läuft der ganze Wagen nicht.

Gast: Deswegen bin ich froh, Jörg Folger, dass ich heute hier sein darf am Erasmus

Gast: vom Rotterdam-Gymnasium.

Gast: Meine alte Schule. Sehr gut.

Gast: Damals hieß sie noch Löw.

Dieter Könnes: Ja, kurz ein Zeitraum.

Gast: Kurz danach kam dann die Umbenennung in... Genau. Ja, ja, ja.

Gast: Ich glaube aber, mein Abitur, da steht noch Gymnasium an der Lüe drauf.

Dieter Könnes: Seit nahezuert.

Gast: Ist lange her.

Dieter Könnes: Alles gut.

Gast: Okay, aber kommen auch so ein paar Erinnerungen hoch. Tatsächlich hier in dem

Gast: Raum habe ich auch mal gesessen. Das ist der Physiksaal, ne?

Gast: Okay. Es hat sich auch nicht so viel verändert. Was ja manchmal auch ganz gut ist, ne? Ja.

Dieter Könnes: Wenn die Ehemaligen kommen, die sagen, es riecht auch immer noch so wie früher.

Dieter Könnes: Ist das so? Ja, das ist das Erste, was denen auffällt. Die kommen hier rein

Dieter Könnes: und sagen, es riecht genau wie früher.

Dieter Könnes: Ich merke das gar nicht mehr. Ich weiß nicht, wie eine Schule genau riecht.

Gast: Ich kann mich tatsächlich hier, die Backsteine, die grünen Türen,

Gast: das ist alles so unverändert.

Dieter Könnes: Das ist 70er Jahre, ne?

Gast: Ja, und da kommen sofort bei mir Erinnerungen hoch.

Gast: Aber wenn man das jetzt mal so auf unser Thema bezieht, so bewährtes bleibt.

Gast: Man muss nicht alles direkt sofort neu erfinden.

Gast: Stichwort nachhaltig, das ist ja auch was Nachhaltiges, oder?

Dieter Könnes: Das würde ich schon so sehen. Dieses Material, aus dem die Schule geworden ist,

Dieter Könnes: ist ziemlich unverwüstlich.

Dieter Könnes: Die Wände sehen nicht gruselig aus und das seit 50 Jahren. Das war sicher eine gute Entscheidung.

Dieter Könnes: Dass man nicht ständig neu streichen muss oder neu tapizieren muss.

Gast: Nachhaltigkeit, würde ich sagen. Besonders nachhaltig hat sich heute die 8c gezeigt.

Dieter Könnes: So ist es.

Gast: Die sich da mächtig ins Zeug gelegt hat. Schülerinnen und Schüler,

Gast: die handgeschriebene Briefe an die Unternehmen schreiben. Als sie von diesen

Gast: Gedanken gehört haben, dass das sozusagen die Seele des Konzeptes ist.

Gast: Was haben Sie da gedacht?

Dieter Könnes: Fand ich eine total gute Idee. Weil nämlich einmal stehe ich auf Schreiben und

Dieter Könnes: Schriftlichkeit, was ja so ein bisschen auf dem Rückzug ist.

Dieter Könnes: Was den Kindern einfach gut tut. Und dann ist es so, wir bemühen uns ja an vielen

Dieter Könnes: Stellen uns sozial zu engagieren. Wir haben zum Beispiel so eine Art Partnerschaft

Dieter Könnes: mit Altenheimen, wo wir Briefe schreiben an die alten Leute.

Dieter Könnes: Wir haben aber nicht so richtig einen Impuls für die alten Leute.

Dieter Könnes: Die Kinder schreiben denen.

Dieter Könnes: Aber es entsteht nichts draus und das ist jetzt ja anders.

Dieter Könnes: Die alten Leute werden gebeten, was zu spenden, die können sogar was tun und

Dieter Könnes: das, glaube ich, verändert die Situation für beide nochmal in eine gute Richtung.

Gast: Tatsächlich dieses Feedback, wir haben das jetzt auch hier in Viersen schon

Gast: von den ersten Unternehmen gehört, das Projekt läuft da jetzt gerade,

Gast: also all diejenigen, die das jetzt vielleicht erst später schauen und sagen,

Gast: Mensch, ihr habt auch da den Brief vom Erasmus bekommen.

Gast: Tatsächlich das Feedback geht so in die Richtung, boah, das ist nicht super.

Gast: Also nicht nur dieses Engagement an sich, sondern dass es auch eben auf so eine

Gast: persönliche Art und Weise passiert.

Gast: Warum ist das so besonders, dieses Persönliche? Was macht das?

Dieter Könnes: Das Persönliche ist letztlich das, was Menschen überhaupt erst ins Laufen bringt.

Dieter Könnes: Auch in der Schule, das Lernen, das geht über die Persönlichkeit des Lehrers,

Dieter Könnes: weiß man ja jetzt nach Hatties Studien. Bei allem, was man sonst herausgefunden

Dieter Könnes: hat über Lernen, entscheidend ist die Lehrerpersönlichkeit und das Verhältnis,

Dieter Könnes: was er mit einem Schüler hat.

Dieter Könnes: Wenn das funktioniert, klappt auch das Lernen. Wenn das nicht klappt,

Dieter Könnes: klappt auch Lernen nicht. Wenn

Dieter Könnes: der Schüler Angst hat, dann funktioniert Lernen auch nicht. Das heißt,

Dieter Könnes: für Menschen ist es einfach, Menschen sind aufs Du gepolt.

Gast: Und dieses auch du gepolt heißt ja auch, dass so ein Wir-Gefühl entstehen soll,

Gast: so ein Miteinander, so ein wir beteiligen uns daran. Jetzt beteiligt sich das Erasmus.

Gast: Es gibt eine motivierte Klasse, es gibt zum Teil sehr, sehr,

Gast: sehr, sehr motivierte Kolleginnen und Kollegen.

Gast: Fangen wir mal, da kommen wir gleich zu, aber fangen wir mal bei der Klasse

Gast: an. War das schwierig, Schülerinnen und Schüler zu finden, die Bock darauf haben?

Dieter Könnes: Nein, war es nicht. In dem Fall kann ich es ganz bestimmt sagen.

Dieter Könnes: Das ist mein alter Relikus.

Dieter Könnes: Und Sie haben ja in Teilen erlebt, dass die Schüler relativ weit sind in dem ...

Gast: Oh, die wussten echt viel. Also jetzt mal ernsthaft.

Dieter Könnes: Richtig, richtig.

Gast: Sie waren fit?

Dieter Könnes: Also ich erinnere mich auch, die haben mir öfter gesagt, dass gewisse Dinge,

Dieter Könnes: die ich Oldschool-Mensch formuliere, dass das vielleicht nicht mehr ganz politisch korrekt ist.

Dieter Könnes: Sie haben eben die Philippa gehört, die hat mir erzählt, Nein,

Dieter Könnes: Herr Völker, so können Sie das nicht sagen. Also, die Kinder sind wiev.

Dieter Könnes: Und die Eltern haben auch dafür gesorgt, dass die Kinder schon sensibilisiert sind.

Dieter Könnes: Das ist ja ein wichtiger Punkt, warum hier an der Schule vieles so gut klappt.

Dieter Könnes: Die Eltern sind gut im Gespräch mit ihren Kindern. Und dann funktioniert Schule einfach auch gut.

Gast: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit hier in der Schule?

Dieter Könnes: Eigentlich eine ganz große. Also, wir haben angefangen mit dem Mülltrennen,

Dieter Könnes: mit Herrn Dufke, der das damals ins Leben gerufen hat. Wir haben ein grünes Klassenzimmer.

Dieter Könnes: Wir werden demnächst ein Projekt starten mit Hilfe der Stadt,

Dieter Könnes: mit Hilfe der KfW, dass wir unseren Schulhof entsiegeln und grün machen. Also...

Dieter Könnes: So, dass die Schüler da nicht nur ihre Pausen verbringen können,

Dieter Könnes: sondern da auch lernen können.

Dieter Könnes: Und also Nachhaltigkeit ist ganz wichtig.

Dieter Könnes: Damit wir den Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen können,

Dieter Könnes: ist das ein alles entscheidender Punkt.

Gast: Wo wir mit Robin Gut auch einen kleinen Beitrag zu leisten wollen durch unser Projekt NRW Pflanz.

Gast: Wir haben heute ein weiteres Projekt oder eine Beteiligungsmöglichkeit vorgestellt

Gast: mithilfe der Firma Recall.

Gast: Dass wir sagen, ihr könnt hier so eine Box aufstellen, um zum Beispiel Druckerpatronen

Gast: dort entsprechend zu entsorgen und zu sammeln, wo wir den Kindern erklären,

Gast: wie Kreislaufwirtschaft funktioniert, dass es hier um Rohstoffe geht,

Gast: die wiederverwendet werden.

Gast: Was haben Sie für ein Gefühl, wie sehr ist das so in dem Bewusstsein der Kids drin?

Dieter Könnes: Da würde ich sagen, wenn die Eltern es nicht vormachen, ist das nur sehr anfänglich

Dieter Könnes: im Bewusstsein der Kids.

Gast: Also Eltern müssen es mit positiven Beispielen vorgehen.

Dieter Könnes: So ist es. Und die Lehrer und die Schule aber auch.

Gast: Jetzt sind wir wieder bei den Generationsdingen.

Dieter Könnes: Allein die Box dahin stellen. Das finde ich ist ein Punkt. Und das ist auch

Dieter Könnes: so ein Unterschied, ob ich zu Hause als Lehrer allein diese Sachen sagen und

Dieter Könnes: immer so einen kleinen Umschlag wegschicke.

Dieter Könnes: Allein Porto produziere ich ja auch und Transport. Und das ist auf jeden Fall eine gute Sache.

Dieter Könnes: Und es ist schade, wenn es manchmal auch in den Ressourcen scheitert,

Dieter Könnes: dass die Mülltrennung dann nicht so konsequent durchgezogen ist.

Dieter Könnes: Die Kinder kriegen das nämlich mit, weil das nicht gut funktioniert.

Gast: Dieses Scheitern aufgrund von mangelnden Ressourcen könnte man ja jetzt auch

Gast: auf die Schule an sich beziehen, wenn es um diese Projektbeteiligung geht.

Gast: Man muss Lehrkräfte finden, die Zeit haben, die Bock haben.

Gast: Und das ist ja alles, sind wir doch mal ehrlich, ist ja eigentlich ein Zusatzaufwand.

Gast: Man hat ja schon so viel mit Dingen zu tun, man muss so viel regeln und jetzt

Gast: kommt noch so ein Projekt.

Dieter Könnes: Das ist völlig richtig. Aber ich würde sagen, das hat noch eine Tiefendimension.

Dieter Könnes: Und zwar, gerade letzte Woche hat die Bundesschülerkonferenz gecheckt und das

Dieter Könnes: Ergebnis war ziemlich erschütternd. Festgestellt wurde, es geht den Kindern

Dieter Könnes: schlechter als zum Schluss von Corona.

Dieter Könnes: Jedes vierte Kind hat richtig psychische Probleme und das stellen wir auch in unserer Schule fest.

Dieter Könnes: Muss man sich fragen, wie können wir was tun, die Kinder zu stärken,

Dieter Könnes: sie resilient zu machen?

Dieter Könnes: Und dann kann man nur sagen, genau das ist der Weg, dass man die Kinder ins

Dieter Könnes: Tun bringt, dass man den Kindern einmal das Gefühl gibt, ihr seid uns wichtig,

Dieter Könnes: wir bemühen uns, die Umwelt für euch schön zu halten.

Dieter Könnes: Und auf der anderen Seite den Kindern auch das Gefühl gibt, ich kann was tun.

Dieter Könnes: Ja, ich kann was tun und ich bin nicht nur Opfer von schwierigen Umständen durch

Dieter Könnes: Kriege, durch Klimawandel, durch alles Mögliche, wo die Kinder ja immer nur

Dieter Könnes: in der Dulde- und Leideposition sind.

Gast: Ich finde, Sie haben gerade zwei wichtige Sachen gesagt. Nämlich erstens,

Gast: man gibt den Kindern das Signal, sie können selber was tun, was wichtig ist.

Gast: Das, was sie tun, dann auch einen gewissen Wert hat. Aber auch,

Gast: dass man denen das Signal gibt, wir nehmen euch ernst.

Gast: Also wir schaffen hier ein Angebot, weil wir ja sehen, dass hier auch ein Bedarf

Gast: ist, eine Notwendigkeit, dass es eben auf Gegenseitigkeit beruht.

Gast: Sie sagen selber, viele Kinder haben mittlerweile in den Schulen zum Teil größere

Gast: Probleme und wir geben denen so auf diese Art und Weise eine Orientierung,

Gast: eine Hilfestellung. Warum ist das wichtig?

Dieter Könnes: So ist es. Das ist brutal wichtig. Wir hatten hier eben einen Schülersitzen.

Dieter Könnes: Dessen Bruder kommt nicht mehr zur Schule. Und wir haben sogar Hausunterricht

Dieter Könnes: gemacht, weil wir so verzweifelt waren.

Dieter Könnes: Wir kriegen aber manche dieser Kinder nicht mehr dazu, einfach weil sie den

Dieter Könnes: Druck als so stark empfinden, obwohl sie rein objektiv der Schule komplett gewachsen

Dieter Könnes: sind, gute Noten produzieren.

Dieter Könnes: Es ist einfach too much für diese Kinder. Und wir haben kaum Möglichkeiten,

Dieter Könnes: sie wieder zurückzukriegen. Wir kriegen noch nicht mal Termine bei Psychologen.

Dieter Könnes: Und dann ist es für mein Gefühl, ist es sozusagen fast Notwehr und die einzige

Dieter Könnes: Chance, die wir haben, mit diesen Konzepten zu arbeiten.

Gast: Ja, also das will ich direkt aufgreifen. Steckt in so einem Projekt auch sozusagen

Gast: eine gesellschaftliche Verantwortung?

Dieter Könnes: Absolut steckt die da drin. Der nächste Punkt ist nämlich, die Kinder lernen

Dieter Könnes: auf dem Weg ja auch, ich kann mich beteiligen, ich kann was tun, ich bin hier wichtig.

Dieter Könnes: Die Gesellschaft bemüht sich für mich, was Schönes zu schaffen.

Dieter Könnes: Nicht nur gruselige Toiletten, sondern eben was, wo ich mich auch wohlfühle.

Dieter Könnes: Wir stellen gerade fest, wir verlieren in Deutschland mit unserem Schulsystem

Dieter Könnes: zu viele Kinder ohne Abschluss.

Dieter Könnes: Die wählen danach nicht nur die falschen Parteien, wenn die die Schule ohne

Dieter Könnes: Abschluss und Perspektive verlassen, sondern wir kriegen die auch nicht mehr.

Dieter Könnes: Die Gesellschaft hat keinen Zugriff mehr auf die Schüler, die Schulen verlassen und gescheitert sind.

Dieter Könnes: Die sind dann raus aus dem System. Und deshalb müssen wir alles tun,

Dieter Könnes: um die Kinder zu integrieren, drin zu halten, ihnen das Gefühl zu geben,

Dieter Könnes: diese Demokratie tut auch was für euch.

Dieter Könnes: Und guckt mal im Kleinen, ihr kriegt sogar Gelder für euren Schulhof und ihr

Dieter Könnes: könnt diese Gelder selber investieren und die Parteien spielen dabei eine Rolle.

Dieter Könnes: Das ist die einzige Möglichkeit, die Kinder drin zu halten.

Gast: Wenn Sie das sozusagen nochmal zusammengefasst auf den Punkt bringen,

Gast: Chance steckt aus Ihrer Sicht in der Beteiligung an dem Projekt NRW Pflanzt?

Dieter Könnes: Also da steckt einmal diese Umweltproblematik, die ja unfassbar dringlicher

Dieter Könnes: geworden ist durch den Klimawandel, steckt drin.

Dieter Könnes: Dann steckt eben das drin, dass da ein Demokratieappell ist.

Dieter Könnes: Den Kindern das Gefühl gegeben wird von Wichtigkeit, von Teilhabe und das macht die Kinder stärker.

Dieter Könnes: Und an der Stelle müssen wir dringend was tun, müssen die Kinder stärken.

Gast: Was würden Sie sagen, wenn das Argument kommt, entweder von Städten oder von

Gast: Schulen, was ich grundsätzlich verstehen kann, wir haben viel zu tun, wir sind überlastet,

Gast: wenn Sie es versuchen würden, positiv zu drehen, weil wir mehr von Chancen reden als von Problemen, wie

Gast: wären Ihre überzeugenden Argumente?

Dieter Könnes: Also zunächst mal, ich finde, das ist ein ganz altes Kulturmuster der Menschheit.

Dieter Könnes: Etwas zu pflanzen, einen Baum zu pflanzen, ist was Schönes und was ganz Wichtiges.

Dieter Könnes: Luther hat diese Geschichte von dem Apfelbaum erzählt. Was machst du,

Dieter Könnes: wenn morgen die Welt untergeht? hat er gesagt, pflanze ich jetzt einen Apfelbaum.

Dieter Könnes: Und Sie kennen sicher auch alle diesen alten Text von Coelet,

Dieter Könnes: der ist oft in Todesanzeigen. Es gibt eine Zeit des Trauerns, eine Zeit der Freude.

Dieter Könnes: Da steht drin, es gibt eine Zeit des Bäume pflanzens. Und ich glaube,

Dieter Könnes: die Zeit ist jetzt wirklich.

Dieter Könnes: Weil das Gegenmodell ist ein krasses. Das Gegenmodell ist Elon Musk mit seiner Kettensäge.

Dieter Könnes: Und ich finde, da sind Sie genau am anderen Ende der Fahnenstange.

Dieter Könnes: Weil sie zerstören nichts mit einer Kettensäge und sind auch noch stolz darauf,

Dieter Könnes: egal wie viel sie da einreißen, ohne dass sie wissen, was nachher besser werden soll.

Dieter Könnes: Sie haben vielleicht einen kleineren Impact, aber einen kontinuierlichen und

Dieter Könnes: einen, der in die richtige Richtung wirkt.

Gast: Ja, ich würde es fast schon so stehen lassen wollen. Ich würde aber zum Schluss

Gast: die Gelegenheit nutzen, dass wir sozusagen gemeinsam in die Kamera schauen.

Gast: Denn jetzt haben ja Ihre Schüler zunächst mal Unternehmen angeschrieben.

Gast: Jetzt haben aber natürlich auch Menschen, die in der Stadt leben,

Gast: auch die Eltern, deren Großeltern, also die Kinder, die Verwandten,

Gast: die Möglichkeit, das Projekt entsprechend zu unterstützen, auch in den eigenen Reihen.

Gast: Vielleicht machen wir einfach nochmal Werbung für die eigenen Reihen,

Gast: weil wir haben auch gesagt, dass ein wesentlicher Teil des Spendenrückflusses

Gast: in ihren Vorderverein geht.

Dieter Könnes: Richtig. Also es tut uns total gut. Nicht nur, dass wir den Hohen Busch,

Dieter Könnes: der für die Kinder, wie wir jetzt beim Austausch sehen konnten,

Dieter Könnes: in Fiersen die wichtigste Location ist.

Dieter Könnes: Die gehen mit den letten und spanischen Kindern, gehen die an den Hohen Busch,

Dieter Könnes: um abends zu feiern. Und es ist also einmal so eine schöne Sache.

Dieter Könnes: Die Schule profitiert auch noch, indem wir unser Schulhof Entsiegelungs- und

Dieter Könnes: Begrünungs- und Beschattungsprojekt davon finanzieren können.

Dieter Könnes: Und meine Briefe an Eltern gehen an 2000 Leute raus, ganz am Schluss.

Dieter Könnes: Und wenn nur der größte Teil von denen, wie immer, ich kann mich immer gut auf

Dieter Könnes: euch verlassen, wenn ihr das diesmal auch hinkriegt, dann profitieren wir alle

Dieter Könnes: am Ende ganz stark und die Kinder am allermeisten und am allerlängsten.

Gast: Großartig. Also dem kann ich mich wirklich nur anschließen. Ich bin selber auch

Gast: vier schon jung, wie man so schön sagt. Bin sehr stolz, hier zu leben.

Gast: Auch toll, was wir hier gemeinsam auf die Beine stellen. Ich kann sagen,

Gast: die Resonanzen sind toll, was das Projekt angeht. Und es fängt im Kleinen an.

Gast: Und wenn man sich von dieser Begeisterung so ein bisschen anstecken lässt und

Gast: sagt, Mensch, dieser eine Baum, der tut mir nicht weh.

Gast: Aber diese vielen Bäume, die ergeben am Ende ein Bild. Ein Baum macht noch keinen

Gast: Wald. Zehn oder Hundert machen auch keinen Wald, aber wenn wir mal mehr als 1000 zusammen haben,

Gast: dann stehen wir schon irgendwann mal in einem dichten Wald. Vielleicht nicht wir zwei mehr.

Dieter Könnes: Und es ist dann dein oder euer Baum.

Gast: Die Kinder und Enkelkinder. Also ein enkelfähiges Projekt, was wir gemeinsam

Gast: hier mit auf den Weg bringen.

Gast: Ich finde es toll, dass Sie mit Ihrer Schule, mit diesem Wahnsinnsengagement

Gast: und mit dieser Bereitschaft hier wirklich mit bestem Beispiel vorangehen.

Gast: Und möchte mich dafür ganz, ganz

Gast: recht herzlich auch im Namen aller meiner Robin-Gut-Mitstreiter bei Ihnen.

Dieter Könnes: Den Dank kann ich aber nur zurückgeben. Danke für das, was Sie da tun.

Dieter Könnes: Keine Kleinigkeit und unverzichtbar.

Gast: NRW Pflanzt, Viersen ist dabei, das Erasmus von Rotterdam-Gymnabeln ist dabei.

Gast: Vielleicht haben wir auch mit euren weiteren Baumspenden. Herbst 2026 werden wir die Bäume pflanzen.

Gast: Und ich bin mir ziemlich sicher, Herr Volker, bis dahin werden wir vierstellig.

Dieter Könnes: Gut.

Gast: Dankeschön.

Dieter Könnes: Prima.